Laufen

Michi hat mich inspiriert und eigentlich hätte ich selbst drauf kommen können, das schon längst mal erzählt zu haben.

Bereits im letzten Jahr habe ich den Entschluss gefasst, dieses Jahr joggen zu gehen - trotz aller widriger Umstände:
  1. Ich bin keine Läuferin. Mein Körper ist dafür nicht geschaffen. Ich kann gut und gerne Radfahren, mir liegt Inline-Skaten, ich gehe gerne in anspruchsvolle Step-Kurse im Fitnessstudio. Wenn es sein muss, gehe ich seltenst mal walken, aber laufen war nie mein Ding.
  2. Mir ist laufen zu langweilig. Selbst auf dem Crosstrainer im Fitnessstudio, der mir keine Knieschmerzen beschert, und bei dem man währenddessen irgendeinen Müll im Fernsehen anschauen kann. Ich war maximal 2 mal für 45 min. drauf - zu langweilig.
  3. Ich bin kein Musiktyp. Ich höre im Auto Radio und CDs, die mein Mann erstellt hat. Ich habe mir vor 3 Jahren die letzte Platte gekauft (BTW: Ich lade auch nichts zwischendurch runter). Ich mag es nicht, mit Kopfhörern in der Gegend rumzulaufen, weil ich das dringende Bedürfnis habe, die Welt um mich herum wahrzunehmen.
  4. Ich habe keine Zeit.
    Wann soll ich morgens aufstehen, um zu laufen? Die Kinder sind um 6-6:30 Uhr wach und verlangen Aufmerksamkeit. Um 18 Uhr komme ich nach Hause und bin mind. bis 20 Uhr mit Familie beschäftigt.
Und trotzdem hatte ich mir es ernsthaft vorgenommen:

Vorbereitungen:
Unter widrigen Umständen wird das nix mit meinem Vorhaben, also mussten erstmal optimale äußere Bedingungen geschaffen werden. Dazu zählten 3 Anschaffungen: 1. Ordentliche Laufschuhe (nicht aus dem Internet, sondern aus dem Fachhandel), 2. ein Laufshirt, mit dem man sich auch in der Öffentlichkeit zeigen kann. 3. Eine Pulsuhr, (um eine Uhr und die eigene Kondition im Überblick zu haben).

Los geht's:
Spontan an einem regenfreien Nachmittag hab ich die ersten Schritte gewagt. Route hatte ich mir vorher überlegt. Leicht und ausbaufähig. Langsam loslaufen, nicht überanstrengen, zwischendurch gehen. Nach der Hälfte der Strecke, der Geist noch willig, die Kondition noch nicht ganz am Limit, streiken die Füße mit 2 großen Blasen. Das Vorhaben wurde erstmal wieder für 2 Wochen gestoppt. Danach nochmal, gleiche Strecke, etwas mehr gelaufen. Wieder Blasen, wieder pausieren. F***. Andere Schuhe ausprobiert. Laufsocken gekauft. Blasen werden weniger groß, kommen aber immer wieder; zurück zu den "alten" Schuhen.
Nach einer Weile schaffe ich die Runde. Ich bin nicht schnell, werde ständig von jungen Hüpfern überholt. Laut "meiner Fitnesstrainerin" laufe ich auch ineffektiv, weil mein Idealpuls angeblich bei 145 liegt, ich aber nicht unter 160 komme, ohne stehenzubleiben. Keine Ahnung, wie lang meine Strecke ist, aber es sind 30 Laufminuten. Das motiviert zum weitermachen. Ich habe merkwürdigerweise keine Knieschmerzen.
Das Ding mit der Zeit: Ich laufe nicht häufig, wenn dann Samstags, wenn Mann die Kinder nach dem Mittagessen betreut und der Kleene schläft. Zwischendurch auch schonmal abends gegen 20 Uhr.
Zwischendurch war ich mal bei meinen Eltern in der Rhön laufen. Hatte die Strecke unterschätzt und kam nach 45 min völlig verschwitzt, fix und fertig und mit heftigen Rückenschmerzen zurück.

Ehrgeiz schlägt Schweinehund. Ich will mehr!
nach ein paar Tagen, denke ich mir, das schaffst du nochmal: Die Runde wird erweitert. 45min. dauert sie. Gut! Ich stehe nun an manchen Tagen vor den Kindern auf und gehe laufen. Krass. Hätte mir das mal jemand vor einem Jahr gesagt. Das Wetter ist schuld. Es ist einfach zu gut!
An irgendeinem Dienstag stelle ich meinen persönlichen Sportrekord auf. Morgens die große Runde laufen, von dort direkt auf's Rad und den Berg hoch zur Arbeit - abends noch zum Step. :-)

Diese Woche habe ich die Runde nochmal erweitert. Aus Neugierde, weil ich die Strecke nicht kannte, da aber immer schon mal lang gehen wollte. 60min sind mein Ziel. Wunderschöne Strecke, schönes Wetter, viele Leute sind unterwegs. Ich sehe schöne Plätze, die ich noch nicht kannte. Nach 50 min bin ich (leider) schon wieder zurück, aber es sollten 60 min werden. Also drehe ich noch ne Runde um das Wohnviertel. Ich bin immer noch sehr langsam, laufe aber kontinuierlich. Manchmal ist es schade, Alleingängerläufer zu sein. Ich überdenke auch schon die Sache mit der Musik. Es fehlt aber noch an der Ausstattung, um es mal wieder zu probieren. Eins aber steht fest:

Es ist ein unglaubliches Gefühl, an den Punkt zu kommen, an dem man meint, ewig so weiterlaufen zu können!


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